AERO 2019 – Und wieder ein Highlight zur fliegerischen Saison

Redaktion // VdL-Mitglied Luftf.-Sv Rainer Taxis

Die Pressekonferenz zur Eröffnung der AERO 2019 moderierte, wie alljährlich, Wolfgang Köhle, Kommunikationschef der AERO. Seine Betonung lag dabei auf der enormen internationalen Bedeutung einerseits und andererseits auch an der Beteiligung der aus aller Welt teilnehmenden Aussteller. Das war ihnen in der Pressekonferenz nicht eben so rausgerutscht, den Verantwortlichen für die Messe, sie haben wieder einen neuen Rekord an Ausstellern zu vermelden. Wieder waren sie erfolgreich mit 757 Ausstellern, Messechef Klaus Wellmann, Bereichsleiter Roland Bosch und, neu in Amt und Würden, Projektleiter Tobias Bretzel. Tobias Bretzel hat die Position des Projektleiters von Roland Bosch übernommen, der wiederum zum Bereichsleiter avancierte. Jürgen Schelling, den Pressevertretern, seit vielen Jahren bekannter Fachjournalist und ein hervorragender Flugzeugexperte führte die Medienvertreter zu den Neuheiten der diesjährigen AERO. Jürgen Schelling nahm, als Kenner der Szene, die allgemeine Entwicklung der Luftfahrt in den Fokus. So wurde 2018 neuregistriert 2348 Einheiten in Deutschland. Die Neubauten lagen weltweit bei 607 Einheiten Turbo-Prop und 703 Einheiten Buisness-Jets. In seinen weiteren Ausführungen bedauerte Jürgen Schelling den, seit ungefähr eineinhalb Jahren anhaltenden Nachwuchs an Luftfahrzeugführern. Mit einer weiteren Überraschung wartete Roland Bosch auf – die AERO wird schon in 2019 in Pretoria, Republik Südafrika, eine Luftfahrtmesse begleiten. Andeutungsweise wurde auch von weiteren Expansionen gesprochen.

Abb. 1: v.l. Hr. Kohle, Hr. Schelling, Hr. Bosch, Hr. Pretzel; Foto: © Rainer Taxis

Wer präsentierte Neuheiten? Hier ein kleiner Überblick.

Eine Diskussionsplattform, das Lindbergh Innovation Forum, ist neu auf der AERO 2019. Hier finden inspirierende, aber auch provokative Vorträge zu zukünftigen Visionen in der Luftfahrt statt. Beim Rundgang durch die Hallen wurden einige Neuigkeiten am Markt, von Jürgen Schelling professionell moderiert, vorgestellt.

Erste Station: Schempp-Hirth, die mit ihrer neuen Arcus, einen Segelflieger den Medienvertretern näherbrachten, der ohne Hilfe von Schleppflugzeug oder Winde starten kann. Mittels eines Motors kann die Arcus eigenständig starten. Bei entsprechender Höhe kann der Pilot in den Segelbetrieb übergehen, den Antrieb der Rumpfform angepasst verschwinden lassen.

Abb. 2: Schempp-Hirth ARCUS (2) Foto: © Rainer Taxis

Abb. 3: Schempp-Hirth ARCUS Foto: © Rainer Taxis

Next Station war bei Cirrus die neue Vision Jet. Die Power dieses 6-sitzigen Buisness Jet kommt aus nur einer Turbine, die am Scheitel der Kabine sitzt. Bedingt durch diese Anordnung des Triebwerkes ist das Heckleitwerk in V-Form ausgebildet. Und noch ein Spot, dieses Flugzeug verfügt über ein Rettungssystem, das in einer prekären Situation vom Piloten ausgelöst werden kann.

Abb. 4: Cirrus VISION JET Foto: © Rainer Taxis

Abb. 5: Cirrus VISION JET Foto: © Rainer Taxis

Einige Schritte weiter steht man der DAHER TBM 940 gegenüber. Die TBM 940 hat die identische Zelle wie die Schwestern TBM 910 und TBM 930. Mit ihren 5 Passagieren + Pilot, kann diese Maschine 610 km/h erreichen und, dank Ihrer Druckkabine, in Höhen oberhalb des Wettergeschehens fliegen.

Abb. 6: Daher TBM 940. Foto: © Rainer Taxis

Abb. 7: Hr. Bosch vor der TBM 940 Foto: © Rainer Taxis

Bewährte, seit vielen Jahren angenommene Einrichtungen der AERO Friedrichshafen sind: die Engine Area.
Mit innovativen, aber auch bekannten Motorkonzepten brillieren die Motorhersteller in konventionellen Verbrennungsmotoren, zukunftsweisenden eMotoren und Hybrid-Antrieben. Weiter im Blickfeld stehen Motormanagement und Maintenance, sowie die Realisierung alternativer Treibstoffe.

Die Avionics Avenue ist der Drehpunkt für Bordausrüstungen, eben die komplette Avionik.
Be a Pilot ist die Plattform für Interessenten an Aus- und Fortbildung des Pilotennachwuchses.

Die AERO Conferences bieten, wie alljährlich eine Vielzahl von Vorträgen, Diskussionen und Workshops an. Interessantes wird dem Insider, aber auch dem Laien geboten.

Im Helikopter Hangar betrachtet der Besucher die Vielzahl von Hubschraubern für eine Vielzahl von Einsätzen. Die Bundeswehr zeigt einen Überblick ihrer Geräte im militärischen Bereich. Informiert über Ausbildung, Einsatz und Arbeitsfelder, fliegerisch und technisch. Die Polizei erläutert den Interessenten die Einsätze bei Suchaktionen, Kriminalfällen und Versorgung, bzw. Rettung in Unglücksfällen. Ziviler Vertreter der Hubschrauberbranche ist der Deutsche Hubschrauberverband, der die Branche der Betreiber von Helikoptern zur Luftrettung im Gebirge, in der Brandbekämpfung, bei Unfällen und Krankentransport vertritt. Der Deutsche Hubschrauber Club ist ein wichtiger Vertreter der privaten Hubschrauberszene.

Drohnen/UAS wurde dieses Jahr im Rahmen der e-Flight etabliert. Einsatzmöglichkeiten werden aufgezeigt, auch und vor allem wird dem Thema Drohnenführerschein gewidmet. Im Freigelände ist eine Flightzone für UAS eingerichtet. Ein Einblick in die Modernste Sensor- und Messtechnik wird vermittelt. Zum ersten Mal hält die AERO die Halle 2 am Mittwoch und Donnerstag einer geschlossenen Fachveranstaltung für Polizeibehörden bereit.

e-Flight-Expo empfiehlt sich dieses Jahr zum zehnten Male. Einst als Nische gestartet, nimmt die e-Flight eine der massgeblichsten Zukunftsorientierungen ein. Ein, seit langer Zeit forschender und entwickelnder, Partner der AERO ist Siemens. Mit den, auf der AERO gezeigten, Modellen SP 260 D-A mit 260 KW Leistung und einem Gewicht von nur 44 kg, sowie SP 200 das eine Leistung von 204 KW bei einem Gewicht von 49 kg, erweist das Team um Dr. Arnold seine Kompetenz der Wege in eine emissionsarme Zukunft in der Luftfahrt.

Natürlich hat Siemens die Visionen zukünftiger elektrisch betriebener Luftfahrzeuge im Fokus. Dokumentiert wird dies mit Projekten, die gemeinsam mit Airbus entwickelt werden.

Eine Neuentwicklung auf der AERO präsentierte sich am Rande des Siemens Messestandes, der Smartflyer. Ein Hochdecker, der 1.400 kg MTOM aufweist, bei einem Leergewicht von 1.000 kg. Der Smartflyer ist ein Hybridflieger, ausgerüstet mit einem Siemens E-Motor SP 260 D. Die elektrische Energie speichern 3.000 Batteriezellen vom Typ 18650, die der Maschine die nötige Power für Start und Steigflug liefern. Um eine stabile Stromversorgung während des Fluges zu gewährleisten, schaltet sich ein Rotax 914 mit angeschlossenem Generator zu.

Abb. 8: Siemens-e-Motor SP 260 D-A. Foto: © Rainer Taxis

Abb. 9: Siemens e-Motor SP 200 D. Foto: © Rainer Taxis

Abb. 10: Siemens-Airbus Vision Foto: © Rainer Taxis

© Text: Rainer Taxis